Contender Trainingstage vor der IDM Travemünde
Sa, 20.07.02
Zum Trainingsanfang war pünktliches Erscheinen am Samstag morgen angesagt, was für mich durch die gleichzeitige Anreise mit extrem frühem Aufstehen verbunden war. Alles Abhetzen hat natürlich nichts genützt, bis dann der Zeltplatz mit den anderen Con-ti-Seglern gefunden war und Zelt/Boot standen, war es natürlich viel zu spät.
Glücklicherweise ging es anderen ähnlich, und nach einer Startverschiebung trafen sich die 10 Trainingsteilnehmer sowie die Trainer Peter und Albrecht zur Bootsabnahme. Hier wurde besonders nach unpraktikablen Beschlagsanordnungen, maroden Ruderaufhän-gungen und nicht vorhandenen Schleppleinen geforscht. Für einige Teilnehmer war im Anschluss erst mal Basteln, Epoxyschmiererei usw. angesagt.
Für die anderen ging es nach einer kleinen Einweisung in das Trainingsprogramm und der Mittagspause aufs Wasser. Vom Motorboot wurde ein kleines Dreieck ausgelegt, das von den Teilnehmern zu umrunden war. Jedes Boot wurde auf einer Runde vom Motorboot begleitet und individuell gecoacht. Für leichte Verwirrung sorgten zunächst die aufschwimmenden Ankerleinen der Bojen, die sich bei fast allen Teilnehmern ir-gendwann einmal um Schwert/Ruder gewickelt hatten, so dass die Luvboje meist ir-gendwo durch die Gegend geschleppt wurde. Danach Contender-Ballett mit simultanen Halsen und Wenden auf Zuruf. War für das Training am Anfang noch eine leichte Brise vorhanden, schlief diese nun ziemlich ein, und dabei stellte sich heraus, daß es sich gegen die Traveströmung ohne Wind doch nicht so leicht aufkreuzen läßt. Die abendli-che Nachbereitung fiel mangels Videoaufzeichnung leider kürzer als geplant aus.
So, 21.07.02
Die Morgengymnastik wurde (wie beim letzten Training wohl auch?) durch kollektive Abwesenheit aus dem Programm genommen. Stattdessen gemütliches Frühstück in der Kuhle. Während des Frühstücks wurden über Lautsprecher Startverschiebungen für alle Regattabahnen mangels Wind angekündigt, und auch für uns fiel aus diesem Grund der praktische Teil des Trainings aus. Stattdessen Theorie in Halle 4, die sich im Verlauf der Regattawoche zu einem Brennpunkt der Contenderszene entwickelte.
Albrecht sorgte für Stimmung durch mehrmaliges Abspielen des Contender-Promo-Videos, und im Anschluss wurden die verschiedenen Manöver theoretisch durchgegan-gen und analysiert. Der Soundtrack vom Video ("I'm Only Happy When It Rains") hatte sich schon so sehr in die Köpfe eingebrannt, dass es tatsächlich nicht zu knapp anfing zu regnen. Leider blieb der Wind für diesen Tag weiterhin weg. Am Abend machte sich ein entschlossene Kleingruppe auf den Weg in Richtung Lübeck, um dort einen unver-gessenen Regenspaziergang zur Schiffergesellschaft erleben zu dürfen.
Mo, 22.07.02
Das Trainerkompetenzteam wurde durch Backe erweitert, der auch frischen Wind mit-brachte. Leider etwas zuviel, denn wie auch am vorherigen Tag wurden fast alle Wett-fahrten abgesagt, diesmal allerdings wegen Starkwind. Mittlerweile hatte sich die Cam-pingkuhle durch Regenfälle und verzweifelt hin- und herrangierende Wohnmobile in eine Matschwiese verwandelt, so daß sich die Aktivitäten gänzlich zur Halle 4 verlagerten. Hier stand auch Backe allen Fragen Rede und Antwort, und für die Contender-Neulinge gab es noch einmal jede Menge theoretisches Wissen. Die Promo-Videos gaben wegen Dauervorführungen leider ihren Geist auf. Am Nachmittag noch einmal Trockenvorfüh-rungen der Manöver am Strand, bei gleichzeitiger Wetterverbesserung.
Di, 23.07.02
Frischer Wind, endlich konnte gesegelt werden. Mittlerweile war auch die Videokamera einsatzbereit (vielen Dank an Kamerafrau Nina). Zunächst wurde das vorherige Pro-gramm wiederholt, Dreieck mit Motorbootcoaching. Zur weiteren Unterstützung stieg Backe auch mal in einen Contender um, um vor Ort Tipps zu geben (sehr hilfreich). Am Nachmittag wurden weitere Drills mit Startübungen und anschließenden Wenden auf Pfiff angesetzt. Das Feld hatte sich mittlerweile durch die anreisenden IDM-Teilnehmer aufgefüllt, so daß jetzt bis zu ca. 20 Boote unterwegs waren. Dies erhöhte den Schwie-rigkeitsgrad für die letzte Übung: Zwei Bojen wurden auf gleicher Höhe zum Wind aus-gelegt und auf Halbwindkursen gerundet. Bei nach wie vor frischem Wind gab es reich-lich gekenterte Boote, zwischen denen die segelnden Boote mit viel Boatspeed auswei-chen mußten.
Höchster Schwierigkeitsgrad! In der abendlichen Videokorrektur konnten nochmal Tipps zum Flachtrimmen des Segels und zum überlebenswichtigen Stützruder bei der Halse gegeben werden
.Vielen Dank noch einmal für das Engagement der Trainer und deren aufgebrachte Zeit! Gerade für die nicht so erfahrenen Conti-Segler ist es immer hilfreich, wenn von außen routinierte Tipps gegeben werden, und im Heimatrevier besteht eine Trainingsmöglich-keit in dieser Form selten. Jetzt heißt es, den Input praktisch umzusetzen.
Ich habe die umfangreichen Tipps auf den folgenden Seiten noch einmal so gut wie möglich zusammengefasst. (???)
Training: Albrecht Delius, Peter Kurz, Jan von der Bank
Teilnehmer aus dem DYCH.:
Birgit Penske, Benjamin, Philipp und Sebastian